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In Porto Karras stand ganz oben auf der Tagesordnung auch die europäische
Flüchtlingspolitik.
Im Mittelpunkt zunächst der Vorschlag der Briten, Auffanglager
außerhalb der europäischen Union zu errichten, damit
Flüchtlinge erst gar nicht ihre Herkunftsregion verlassen.
In diesen Lagern sollten dann auch die Asylverfahren abgewickelt
werden - die Hoffnung: nur wenige würden überhaupt noch
in Länder der Europäischen Union vordringen.
Aus Porto Karras hieß es, es solle keine Auffanglager für
Flüchtlinge außerhalb Europas geben. Gesperrt hatten
sich gegen die britischen Vorstellungen unter anderem Schweden und
die BRD. Letztendlich wurde das Thema aber nur vertagt. Ein Sprecher
der EU-Kommission erklärte heute, die Initiative werfe große
juristische Probleme auf. Die Kommission soll dazu im nächsten
Jahr einen Bericht vorlegen.
Nicht nur wegen dieser Aufschiebung übte die Menscherechtsorganisation
Pro Asyl scharfe Kritik am Flüchtlingskurs der EU-Staaten auf
dem griechischen Gipfel. Denn erstens ist der britische Vorschlag
nicht vom Tisch. Großbritannien kann sein Konzept dennoch
gemeinsam mit anderen Staaten verwirklichen - mit der "Coalition
of the willing". Zum anderen gibt es einen Vorschlag des Flüchtlingsrates
der Vereinten Nationen UNHCR, der dem der Briten gar nicht unähnlich
ist und dem weitaus mehr Chancen gegeben werden sich innerhalb der
EU durchzusetzen. Auffanglager sind auch hier vorgesehen, alllerdings
auf dem Boden der Europäischen Union, an ihren Rändern,
zum Beispiel in den neuen Beitrittsländern. Hier sollen sogenannte
Wirtschaftsmigranten untergebracht werden, die dort ein einmonatiges
Asylverfahren durchlaufen sollen.
Karl Kopp von Pro Asyl ist Europareferent des Europäischen
Flüchtlingsrats ECRE. Mit ihm sprach Michael Liebler über
europäische Flüchtlingspolitik und über den Vorschlag
des Hohen Flüchtlingskommissares der Vereinten Nationen Ruud
Lubbers ...
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