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Dieser Gipfel war für die Regierungen der EU von großer
Bedeutung. Nach der Krise, die der Irak-Krieg ausgelöst hat,
sucht die EU nach einer neuen, machtvolleren Rolle in der Welt.
Einigkeit sollte zur Schau getragen werden. Harmoniebeflissen wurden
daher strittige Themen wie der Agrarstreit ausgeklammert.
Beschlüsse des Gipfels:
Javier Solanas Sicherheitsstrategie
In der von Berlin angestoßenen und von Javier Solana vorgestellten
ersten Sicherheitsstrategie der Europäischen Union ist ausdrücklich
die Möglichkeit zur Führung von Angriffskriegen vorgesehen.
Die EU müsse künftig weltweit in der Lage sein, überall
da militärisch einzugreifen, wo ihre Sicherheitsinteressen
gefährdet seien, hieß es, und zwar verpflichtet auf eine
gemeinsame Linie. Ihre Weltmachtrolle soll die EU in Kooperation
mit den USA ausüben: Die Vereinigten Staaten seien zwar militärisch
dominant, aber nicht in der Lage, diese Position alleine auszufüllen.
Als erster Staat ist der Iran in das Visier der neuen Strategie
geraten. Die EU-Staats- und -Regierungschefs drohen dem Iran mit
einer breiten Palette von Sanktionen, wenn Teheran sich nicht den
Forderungen der EU und der USA gefügig zeigt. Die Sanktionen
könnten von politischem Druck über Handelsblockaden bis
zu einem militärischen Überfall reichen.
Die EU-Sicherheitsstrategie wurde unter dem Titel ,,Ein sicheres
Europa in einer besseren Welt" verabschiedet. Bis Dezember
soll der Ministerrat zusammen mit der EU-Kommission eine detaillierte
Strategie ausarbeiten.
Einführung biometrischer Visa und Pässe
In der Asyl- und Einwanderungspolitik wird der Europäische
Rat in den nächsten drei Jahren 140 Millionen Euro für
Grenzausbau, Ausweisung von Asylsuchenden und das sog. Visa-System
investieren. Bei diesem System soll die Datenbank VIS alle Visumsanträge
an die EU speichern. Mittels biometrischer Daten wie Fingerabdrücken
oder Gesichtsmerkmalen sollen die Menschen durchleuchtet werden.
Auch die Pässe der EuropäerInnen sollen Ende 2007 mit
biometrischen Merkmalen ausgestattet werden. Zur Erhöhung der
Durchleuchtungseffizienz wurde die Verbindung des VIS mit dem neuen
Schengener Informationssystem (SIS II) vorgeschlagen. Kostenpunkt
des "EU is watching you"-Systems liegt bei 130 bis 200
Mio Euro. Die Einführung eines solchen Systems in der BRD ist
seit dem Anti-Terror-Paket Schilys von 2001 bereits abgesegnet.
"Schutzzonen"-Plan
Großbritannien und Dänemark brachten einen "Schutzzonen"-Vorschlag
ein. Der Vorschlag sieht vor, weltweit in Auffanglager für
Asylsuchende zu schaffen. Erst nach Annahme deren Anträge dürften
die Flüchtllinge in die EU einreisen. Der Vorschlag wurde zunächst
abgelehnt.
Ein großer Bereich waren natürlich die Gespräche
um die Osterweiterung und
feuchte Augen gab es bei dem "geschichtsträchtigen"
Moment der Vorstellung des Verfassungsentwurfs.
Hunderttausende waren in Thessaloniki erschienen, um auf Demonstrationen
und Gegenkongressen Kritik und Alternativen zu formulieren. In den
Medien gab es aber erst ein intensiveres Aufhorchen auf die Proteste,
als es am Samstag zu heftigen Straßenkämpfen kam.
Porto Karras war das letzte Gipfeltreffen seiner Art.
Die GipfelstürmerInnen, können sich schon darauf einstellen,
nun öfter in Brüssel anreisen zu müssen.
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