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Galileo ist das erste ausdrücklich für zivile Zwecke
entwickelte satellitengestützte Positionsbestimmungs- und Navigationssystem,
so steht es auf der offiziellen und anscheinend noch nicht aktualisierten
Galileo Webseite, einer Unterseite der EU Generalkommission Verkehr
und Transport.
Es ist das wohl ehrgeizigste Technologieprojekt Europas, ein Satellitennavigationssystem,
das im Mai nach 3-jährigen Verhandlungen abgesegnet wurde und
nun in seine Startphase tritt.
Unser Leben wird viel einfacher werden mit Galileo,
viel ungefährlicher und organisierter.
Galileo wird zu einer sicheren und effizienteren Verkehrsgestaltung
beitragen. Staus und tödliche Auffahrunfälle vermeiden
und zudem die Autokolonnen direkt in die Parklücke lenken,
Flug- und Schifffahrtverkehr regulieren, blinde Menschen und Patienten
mit Alzheimersyndrom werden mittels Galileo geleitet werden können,
die Städteplanung würde effizienter, der Public Regulated
Service PRS, also Polizei und Zoll werden hurtiger arbeiten können,
nicht zu vergessen die Verbesserung der Möglichkeiten für
den Such- und Rettungsdienst. Sogar ExtremsportlerInnen und BootsbesitzerInnen
würden von Galileo profitieren.
So wird uns verheißen.
Und Galileo sei wesentlich für die Zukunft der europäischen
Industrien im Bereich der Hochtechnologien. Mit Galileo würden
neue, umfangreiche Märkte erschlossen. Juhu!
Vorhandene Navigationssysteme: GPS (USA) und Glonass
(Russland)
Aber Moment! Es existieren doch bereits 2 Navigationssysteme -
das GPS das Global Positioning System aus den USA und Glonass das
Global Orbiting Navigation Satellite System aus Russland. GPS wird
für alle privaten Nutzungsmöglichkeiten kostenlos angeboten
und ist ebenso für die logistische Steuerung von Wirtschaftsgütern
geeignet. Was lesen wir: Galileo wird moderner, effizienter und
zuverlässiger sein als das derzeitige US amerikanisch Positionsbestimmungssystem
GPS.
Warum als drittes System Galileo aufbauen?
Ein eigentlicher Grund für die Galileo Installation ist, dass
GPS den USA untersteht. Das Streben des Pentagon nach einer Vorrangstellung
beim Satellitengesteuerten Navigieren auf der Erde als auch die
erste Position im Weltraum an sich schmeckt den EU-Kraten überhaupt
nicht.
So heißt es in dem Weltraumprogramm der EU:
"Die Raumfahrt ist heute ein wesentlicher Faktor für
die Umsetzung europäischer Ziele und Maßnahmen, insbesondere
im Zusammenhang mit einer nachhaltigen Entwicklung, dem Umweltschutz,
Verkehr und Mobilität sowie der Informationsgesellschaft. Raumfahrtanwendungen
liefern ferner Antworten auf neue Fragen im Zusammenhang mit der
Sicherheit, die sich im Rahmen der gemeinsamen Außen- und
Sicherheitspolitik der EU (GASP) und der europäischen Sicherheits-
und Verteidigungspolitik (ESVP) sowohl für den Schutz der Bürger
als auch im militärischen Bereich stellen." Mehr
davon auf den Seiten der EU
Eigentlich zivil, aber dann ...
Über den rein zivilen Nutzen von Galileo wurde auf zig Konferenzen
unter den Regierungen hart gerangelt. Frankreich war stets ein Fürsprecher
der Militärischen Einsetzbarkeit, Dänemark, Schweden,
die Niederlande aber auch Großbritannien lehnten dies aus
unterschiedlichen Gründen ab.
Um eine Einigung zu erzielen und den Weg ins Orbit freizuschaufeln,
sollte das Thema erst einmal verschoben werden und erst dann wieder
eingebracht, wenn Galileo genügend weit entwickelt wurde.
Nach dem offiziellen imperialistischen Coming Out der EU während
des Irak-Krieges ist die Frage ohne große Debatten geklärt.
Galileo soll nun offiziell militärische Bedeutung erhalten
und die sogennante EU-Eingreiftruppen mit Informationen versorgen
können.
Standortfragen und wirtschaftliche Interessen
Das lange Gerangel um die wirtschaftliche Vormachtstellung, das
zwischen Italien und Deutschland ausgetragen wurde, hat sich ebenfalls
entschieden.
Und zwar vom Prinzip des sogenannten "geographic return",
d.h. Qualifikationen wurden so gut wie außer Acht gelassen.
Der Staat, der am meisten Geld investiert, bekommt auch das größte
Kuchenstück ab - und das ist die BRD.
Das ehemalige Vorstandsmitglied des Energiekonzerns Viag, der Deutsche
Rainer Grohe, wurde zum Chef der für Galileo agierenden Gruppe
Galileo Joint Undertaking berufen. Der Standort des Unternehmens
wird in Bayern liegen. Die Durchsetzung der nationalen Interessen
der BRD an Galileo lässt die deutsche Wirtschaft sich die Hände
reiben. " Mit dieser Lösung können Deutschlands
industrielle Kernkompetenzen bei der künftigen Schlüsseltechnologie
gesichert werden" verlautete Stolpe und auch MAN sind zufrieden,
die wie viele andere deutsche Konzerne an sogenannten Galileo Konsortien
beteiligt sind, um hier in Verhandlungen mit Galileo Joint Undertaking
ihre Verträge unter Dach und Fach zu bringen.
Von Wolfgang Brunn, Vorstandsvorsitzender von MAN Technologie hört
man dazu die Aussage: Bei Galileo geht es um Macht und militärische
Strategie.
Zu diesem Themenbereich stehen Interviews mit dem Journalisten
Marcus Hammerschmitt, einem kritischen Beobachter der ESA - der
European Space Agency - die neben der EU Kommission Galileo aufbaut,
mit Rene Carrier einem Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen,
deren guter Name auf den ESA Seiten werbetechnisch geschickt eingesetzt
wird (unter "GMES soll Flüchtlingsströme
kontrollierbar machen") und Angel Landelbaso, Mitarbeiter
der Galileo Einheit in der EU Generalkommission Verkehr und Transport
als Soundfiles bereit.
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