Magazin - 30.07.03
Roma in Ungarn
... über Vorurteile, politischen Einfluss und nationale Minderheiten

In allen osteuropäischen Ländern, in denen Roma starke Minderheiten stellen, wurden innerhalb kurzer Zeit politische Parteien sowie demokratische und sozial-kulturelle Vereinigungen gegründet. In Rumänien, in der Tschechischen Republik, in der Slowakischen Republik und in Ungarn konnten KandidatInnen der Roma in das Parlament einziehen.

Der politische Einfluss der Roma ist allerdings in keinem der Länder Osteuropas angemessen. Eine gezielte, intensivere kulturelle und wirtschaftliche Förderung dieser Volksgruppe ist dringend nötig, ebenso wie Initiativen zum Abbau von Vorurteilen gegenüber Roma.

  • So sind in Bulgarien Roma häufig Opfer polizeilicher Schikanen und Übergriffe.
  • In Rumänien kam es zwischen 1990 bis 1994 zu etwa 30 pogromartigen Ausschreitungen gegen Roma. Die Polizei schützte die Betroffenen entweder gar nicht oder nicht wirksam genug; die dafür Verantwortlichen wurden bis dato nicht verurteilt.
  • In der Tschechischen und der Slowakischen Republik sowie in Ungarn kommt es seit Jahren immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen von Skinheads auf Roma.

In Deutschland werden Asylanträge von Roma-Flüchtlingen meist abgelehnt und diese in ihr Herkunftsland abgeschoben, wie es aktuell bei den Kosovo-Roma der Fall war. Dabei werden Menschenrechtsverletzungen an Roma in ihren Heimatländern außer Acht gelassen.

Dazu kommt die katastrophale sozioökonomische Lage der Roma: Viele leben unterhalb des Existenzminimums und die Arbeitslosigkeit ist überdurchschnittlich hoch.

In Ungarn sind Roma seit Jahrhunderten ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.

Doch immer wieder wurden sie konfrontiert mit Diskriminierung und Progromen - oder zwanghafter Assimilierung, wie sie im 18. Jahrhundert unter Kaiserin Maria Theresia in der K und K Monarchie v.a. in Ungarn zum Tragen kam. Das dunkelste Kapitel erlitten die Roma unter Besatzung des Naziregimes. Während der kommunistischen Ära wurde die Roma-Kultur toleriert, doch nicht akzeptiert.

Von einem gleichberechtigtem Miteinander in der Jetztzeit werden die Roma-Menschen in Ungarn, wie in den meisten anderen EU Staaten auch, noch weit entfernt gehalten. Neben der Gesellschaft für bedrohte Völker ist vor allem das European Roma Rights Center engagiert und bemüht, mit seiner Arbeit die angemessene Unterstützung der Roma in den EU Ländern und ihre Förderung als nationale Minderheiten voranzubringen.

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Wally Geyermann sprach mit Claude Cahn, Programmdirektor vom ERRC über die Situation der Roma in Ungarn...

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