Magazin - 06.08.03
Emil Für: Künstler in Budapest
... spricht über Kunst, Budapest und Antisemitismus

Emil Für ist Künstler in Budapest, ein jüdischer wie er betont.
Momentan ist er zu Gange beim Sziget Festival in Budapest, bei dem er mit Künstlerkolleginnen und -kollegen in der Gruppe Algora organisiert ist.

Emil Für schreibt Märchen, macht Collagen und Installationen, fertigt Zeichnungen und Ölmalereien und Zeichnungen. Auf seinen Zeichnungen z.B. sieht man gelockte Frauen, die nackt durch die Bilder wackeln, Rabbis, die mit schwarzen Engelsflügeln an ihnen vorübergleiten, neun Koffer, von denen auf einem "Bahnhof Auschwitz" steht und Clowns mit einer Blume in der Hand und pfeifenden Mündern. Und immer Katzen, blaue und gelbe, mit einer kleinen Kappe auf dem Kopf, zahllose Engelswesen und die Synagoge in der Dohány utca.

Emil Für ist Künstler in Budapest, ein jüdischer wie er betont. Die Familie seines Großvaters hat in Budapest den Holocaust mit gefälschten Papieren überlebt. Emil erzählt lachend, dass er dieses Talent wohl geerbt hat, denn schon oft hat er Briefmarken, Stempel, Ausweise gefälscht, wohl im Zeichen der Kunst, aber auch in der Realität durchaus tauglich.

Emil erzählt von seinem Schlafmangel - er ist rastlos und neugierig und will nichts verpassen, er macht Liebeserklärungen an Budapest, diese Stadt, die es immer wieder neu zu entdecken gilt und gleichzeitig ein Erinnerungslexikon ist. Doch oft treibt ihn auch die Angst um angesichts des verhaltenen und sehr wohl auch offenen Antisemitismus ...

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Wally Geyermann sprach mit Emil Für, Künstler aus Budapest ...

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