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Emil Für ist Künstler in Budapest, ein jüdischer
wie er betont.
Momentan ist er zu Gange beim Sziget Festival in Budapest, bei dem
er mit Künstlerkolleginnen und -kollegen in der Gruppe Algora
organisiert ist.
Emil Für schreibt Märchen, macht Collagen und Installationen,
fertigt Zeichnungen und Ölmalereien und Zeichnungen. Auf seinen
Zeichnungen z.B. sieht man gelockte Frauen, die nackt durch die
Bilder wackeln, Rabbis, die mit schwarzen Engelsflügeln an
ihnen vorübergleiten, neun Koffer, von denen auf einem "Bahnhof
Auschwitz" steht und Clowns mit einer Blume in der Hand und
pfeifenden Mündern. Und immer Katzen, blaue und gelbe, mit
einer kleinen Kappe auf dem Kopf, zahllose Engelswesen und die Synagoge
in der Dohány utca.
Emil Für ist Künstler in Budapest, ein jüdischer
wie er betont. Die Familie seines Großvaters hat in Budapest
den Holocaust mit gefälschten Papieren überlebt. Emil
erzählt lachend, dass er dieses Talent wohl geerbt hat, denn
schon oft hat er Briefmarken, Stempel, Ausweise gefälscht,
wohl im Zeichen der Kunst, aber auch in der Realität durchaus
tauglich.
Emil erzählt von seinem Schlafmangel - er ist rastlos und
neugierig und will nichts verpassen, er macht Liebeserklärungen
an Budapest, diese Stadt, die es immer wieder neu zu entdecken gilt
und gleichzeitig ein Erinnerungslexikon ist. Doch oft treibt ihn
auch die Angst um angesichts des verhaltenen und sehr wohl auch
offenen Antisemitismus ...
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