Magazin - 03.09.03
Zentrum gegen Vertreibung
Der Bund der Vertriebenen will ein Zentrum gegen Vertreibung in Berlin errichten.

Auf der Internet-Seite des "Bundes der Vertriebenen" heißt es:
"Das ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN will in Berlin eine Dokumentations- und Begegnungsstätte errichten, die ausgehend vom national erfahrbaren Schicksal der deutschen Vertriebenen den Blick auch auf das Vertreibungsschicksal anderer Völker lenkt, um international die Ächtung solcher menschenrechtsverachtender Politik zu erreichen."

Diese Idee wird in Kreisen polnischer PolitikerInnen nicht gerade begeistert aufgenommen. Vergangenen Freitag verabschiedete das polnische Parlament eine Erklärung, in der es anmahnte, dass Mitglieder der EU und des Europaparlaments sich dafür einsetzen sollen, dass die Verantwortung für den zweiten Weltkrieg und Kriegsverbrechen nicht weggewischt werden soll.

Öffentlich wurde erstmals 1999 beim Tag der Heimatvertriebenen in Berlin davon gesprochen, ein solches Zentrum gegen Vertreibung zu errichten. Im September 2000 gründete der Bund der Vertriebenen dann eine gemeinnützige Stiftung mit dem Ziel ein solches Zentrum zu schaffen.

Erika Steinbach, die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, und außerdem CDU-Politikerin, möchte das "Zentrum gegen Vertreibung" gerne "in räumlicher und geschichtlicher Nähe zum Holocaustmahnmal" sehen. Deshalb möchte sie dieses Zentrum in Berlin. Vorbild soll, wenn es nach Steinbach geht, das Holocaust Memorial Museum in Washington sein.

Von deutschen PolitikerInnen wurde die Idee vom "Zentrum gegen Vertreibung" kontrovers diskutiert. Bundesinnenminister Schily unterstützte mehrmals die Forderungen des Bundes der Vertriebenen. Ebenso Peter Glotz von der SPD. Im Gegensatz dazu sprach sich Gerhard Schröder gegen ein Zentrum gegen Vertreibung in Berlin aus, weil er darin die Gefahr sieht, dass hier einseitig das Unrecht das Deutschen widerfahren sei dargestellt werden würde.

 

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Audiobeiträge

Simone Fischer sprach mit Witold Kaminski, polnischer Sozialrat in Berlin.

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