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Die zur finnischen Völkerfamilie gehörenden Esten werden
vor etwa 10.000 Jahren als erstes Volk in Europa sesshaft. 1346
wird das Gebiet vom Deutschen Orden erobert, nach dessen Zusammenbruch
im 16. Jahrhundert ein Machtvakuum entsteht. Zuerst von Polen annektiert,
ist Estland ab 1629 in schwedischer Hand bis als Ergebnis des Nordischen
Krieges (1700-1721) Estland in das russische Reich eingegliedert
wird. 1918 wird die unabhängige Republik Estland proklamiert.1940
annektiert die Sowjetunion das Land, und integriert es als Estnische
Sozialistische Sowjetrepublik. 1988 entsteht im Zuge des Glasnost
eine Volksbewegung, die eine weitgehende Autonomie des Landes fordert.
Am 16. November 1988 proklamiert Estland seine Souveränität,
die Unabhängigkeit wird am 20. August 1991 ausgerufen und wenig
später von der russischen Regierung und der Sowjetunion anerkannt.
Estland ist das nördlichste Land der drei baltischen Staaten
und eines der kleinsten Länder, die im kommenden Frühjahr
der EU beitreten werden. Als die Sowjet-Union zusammenbrach, war
die Aufbruchstimmung und der Wille, etwas Neues zu schaffen, in
Estland noch größer als in anderen ehemaligen Sowjet-Republiken.
Estland sollte High-Tech- und Computerland werden. Vorbild dabei
war der Technologie-Boom beim nordischen Nachbarn Finnland. Die
1,4 Millionen Menschen in Estland haben in den dreizehn Jahren ihrer
Unabhängigkeit durch radikale marktwirtschaftliche Reformen
rasante Veränderungen erlebt und wohl auch wirtschaftliche
Fortschritte gemacht. Wobei das wichtigste Kapital ihres Landes
- so sagen die EstInnen selbst - die Bildung und der Ideenreichtum
seiner Bevölkerung ist.
Doch die sozialen Spannungen und Probleme nahmen in dieser Zeit
ebenfalls zu und trotz des "Ja" zur EU beim kürzlich
stattgefundenem Referendum sind längst nicht alle EstInnen
begeistert von dem anstehenden EU Beitritt.
Ein Sprichwort in Estland betont, dass sie nicht aus einer Sowjetunion
ausgetreten sind, um in eine andere Union hineinzutreten. Tja -
der Slogan hat sich nicht bewahrheitet.
Viele Menschen aus Russland, der Ukraine und Finnland leben in
Estland. Estland ist eine Parlamentarische Demokratie. Premierminister
seit 2002 ist Siim Kallas von der liberalen Reformpartei Eesti Reformierakonna,
Staatsoberhaupt ist Arnold Rüütel.
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