Magazin - 08.10.2003
Ein kurzer Blick auf die lettische Geschichte
Wechselvolle Geschichte und wirtschaftliche Probleme

Im 13. Jahrhundert wird das Gebiet des heutigen Lettland vom Deutschen Orden kolonialisiert und nach dessen Untergang im 16. Jahrhundert unter Polen und Schweden aufgeteilt. 1721 fällt der nördliche, 1795 der südliche Teil Lettlands an Russland. Der deutsch-sowjetrussische Friedensvertrag von Brest-Litowsk beschert dem lettischen Volk 1918 erstmals in seiner Geschichte die politische Unabhängigkeit. Erst 1920 im Frieden von Riga wird die Republik Lettland von Sowjetrussland anerkannt, 1940 als "Lettische Sozialistische Sowjetrepublik" annektiert. 1988 formiert sich die lettische Volksfront für demokratische Reformen. Nach deren Wahlsieg proklamiert das neue lettische Parlament am 4. Mai 1990 die Souveränität des Landes und setzt Teile der Verfassung von 1922 wieder in Kraft. Die letzten russischen Truppen verlassen Lettland 1994.

2,34 Millionen EinwohnerInnen leben derzeit in Lettland, davon 29,1% RussInnen.

Das Ende der Sowjetunion und die russiche Finanzkrise im August 1998 wurden zum wirtschaftlichen Fiasko für Lettland, Arbeitslosigkeit ist seitdem eines der größten Probleme. Gerade die Industrie, die einst die Wirtschaft ankurbeln sollte, bereitet heute massiven Probleme. denn der komplette Markt im Osten ist weggebrochen.

Eine starke Umorientierung nach Westen folgte auf den Fuß und Lettland schaut beinahe blind hoffnungsvoll auf die EU, zu deren Beitritt vor kurzem die lettische Bevölkerung mit einem "Ja" votierte.

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Interview mit dem Leiter des lettischen Büros für Menschenrechte