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Tariq Ramadan ist der neue Medienliebling der Bewegung. Die Massen
kommen, um ihn zu sehen und zu hören. Er macht selbst José
Bové den Rang streitig, dem Altstar der Globalisierungskritiker,
der vor ein paar Monaten erst aus dem Gefängnis entlassen wurde.
Tariq Ramadan war es auch, der die Bewegung vor eine Zerreisprobe
stellte. Der islamische Intellektuelle Tariq Ramadan hatte französischen
"jüdischen Intellektuellen" pauschal vorgeworfen
"die US-amerikanische und israelische imperialistische Unterdrückungspolitik
gegen die Araber" zu decken. Etliche Stimmen hatten darauf
seinen Ausschluss vom Sozialforum gefordert.
Vor antisemitischen Verirrungen in der globalisierungskritischen
Bewegung warnte die AKTION 3. WELT Saar und stieß dabei teilweise
auf harsche Reaktionen. Bereits beim Weltsozialforum in Porto Alegre
und beim Europäischen Sozialforum in Florenz seien eine einseitige
"Solidarität mit dem palästinensischen Volk"
und eine Pauschalverurteilung Israels mit undifferenzierten Positionen
und einem latenten Antisemitismus im Vordergrund gestanden, so die
Aktion 3.Welt Saar.
Für die einheimische jüdische Gemeinde in Porto Alegre
bedeutete die Abhaltung des Weltsozialforums eine bedrohliche Situation
mit militantem Aufmarsch vor der örtlichen Synagoge; Shimon
Samuels vom Simon Wiesenthal Center rief damals den Bürgermeister
von Porto Allegre auf, etwas gegen die Invasion des Antisemitismus
in der brasilianischen Stadt zu unternehmen.
Zwar gab es Veranstaltungen beim Europäischen Sozialforum
zu den Themen Antisemitismus und Juden in Europa, doch wurde der
grobe Fehler gemacht hier stets die Haltung und Empörung gegen
die israelische Besatzungspolitik zum Nahostkonflikt zu verquicken.
Jüdischer Glauben oder eine jüdische Abstammung wird
automatisch mit der israelischen Staatsbürgerschaft verbunden
und dieser Automatismus ist fatal.
Die Bewegung sollte alles tun um hier dagegen zu steuern.
Längst ist in Frankreich eine "französische Intifada"
aufgebrochen, die sich zuletzt gewalttätig gegen jüdische
Bildungseinrichtungen in Paris entlud. "Eine Lösung
des Nahost-Konflikts kann es nur geben, wenn die israelische Bevölkerung
die soziale Lage der palästinensischen zur Kenntnis nimmt und
die arabische die Shoah als Hintergrund für die Existenz Israels."
so hieß es im dreisprachigen Flugblatt der ADW Saar.
Während des Sozialforums ist die ADWSaar mit ihren Positionen
schlecht angekommen. Mit körperlicher Gewalt wurde auch von
Ordnern die Verteilung des Flugblatts verhindert. Der Mitarbeiter
der ADW Emullah wurde als Rassist und Faschist beschimpft.
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