Schwerpunkt - 19.11.2003
Antisemitismus unter den Altermondialisten
Die Zerreisprobe

Tariq Ramadan ist der neue Medienliebling der Bewegung. Die Massen kommen, um ihn zu sehen und zu hören. Er macht selbst José Bové den Rang streitig, dem Altstar der Globalisierungskritiker, der vor ein paar Monaten erst aus dem Gefängnis entlassen wurde.

Tariq Ramadan war es auch, der die Bewegung vor eine Zerreisprobe stellte. Der islamische Intellektuelle Tariq Ramadan hatte französischen "jüdischen Intellektuellen" pauschal vorgeworfen "die US-amerikanische und israelische imperialistische Unterdrückungspolitik gegen die Araber" zu decken. Etliche Stimmen hatten darauf seinen Ausschluss vom Sozialforum gefordert.

Vor antisemitischen Verirrungen in der globalisierungskritischen Bewegung warnte die AKTION 3. WELT Saar und stieß dabei teilweise auf harsche Reaktionen. Bereits beim Weltsozialforum in Porto Alegre und beim Europäischen Sozialforum in Florenz seien eine einseitige "Solidarität mit dem palästinensischen Volk" und eine Pauschalverurteilung Israels mit undifferenzierten Positionen und einem latenten Antisemitismus im Vordergrund gestanden, so die Aktion 3.Welt Saar.

Für die einheimische jüdische Gemeinde in Porto Alegre bedeutete die Abhaltung des Weltsozialforums eine bedrohliche Situation mit militantem Aufmarsch vor der örtlichen Synagoge; Shimon Samuels vom Simon Wiesenthal Center rief damals den Bürgermeister von Porto Allegre auf, etwas gegen die Invasion des Antisemitismus in der brasilianischen Stadt zu unternehmen.

Zwar gab es Veranstaltungen beim Europäischen Sozialforum zu den Themen Antisemitismus und Juden in Europa, doch wurde der grobe Fehler gemacht hier stets die Haltung und Empörung gegen die israelische Besatzungspolitik zum Nahostkonflikt zu verquicken.

Jüdischer Glauben oder eine jüdische Abstammung wird automatisch mit der israelischen Staatsbürgerschaft verbunden und dieser Automatismus ist fatal.
Die Bewegung sollte alles tun um hier dagegen zu steuern.

Längst ist in Frankreich eine "französische Intifada" aufgebrochen, die sich zuletzt gewalttätig gegen jüdische Bildungseinrichtungen in Paris entlud. "Eine Lösung des Nahost-Konflikts kann es nur geben, wenn die israelische Bevölkerung die soziale Lage der palästinensischen zur Kenntnis nimmt und die arabische die Shoah als Hintergrund für die Existenz Israels." so hieß es im dreisprachigen Flugblatt der ADW Saar.

Während des Sozialforums ist die ADWSaar mit ihren Positionen schlecht angekommen. Mit körperlicher Gewalt wurde auch von Ordnern die Verteilung des Flugblatts verhindert. Der Mitarbeiter der ADW Emullah wurde als Rassist und Faschist beschimpft.

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Wally Geyermann sprach...

 

...mit Ian Warthin, Mitglied im Organisationsteam des Europäischen Sozialforums

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...mit dem Mitarbeiter der Aktion 3. Welt Saar, Herrn Emullah

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