Magazin - 21.01.2004
Die slowakische Republik
Geschichtlicher Abriss und aktuelle Lage

Geschichte

Im 9.Jahrhundert wird die Slowakei zu einer ungarischen Provinz zu Ober-Ungarn. Die Bestrebungen, mehr politische Eigenständigkeit zu erlangen, scheitern wiederholt im Laufe des 19.Jahrhunderts. Nach dem Zusammenbruch der k.u.k.- Monarchie kann die Slowakei ihre Selbstständigkeit gegenüber Ungarn behaupten. 1918 geht die Slowakei ein Bündnis mit den böhmischen Ländern ein, welches als Tschechoslowakei einen unabhängigen Staat bildet. Während des Zweiten Weltkrieges führt der Slowakische Nationalaufstand 1944 zum Austritt aus dem Dreimächtepakt.

1948 erfolgt die Machtübernahme der Kommunisten in der Tschechoslowakei. Nach der politischen Wende 1989 wird die friedliche Trennung der beiden Staaten vorbereitet, und 1993 tritt der Beschluss zur Auflösung der Tschechoslowakei in Kraft: und die Slowakische Republik entsteht als unabhängiger Staat. Seit März 2000 führte die Slowakei als Mitglied der Helsinki-Gruppe Beitrittsverhandlungen mit der EU.

Aktuell

Die Hauptstadt der Slowakei ist Bratislava die Bevölkerungszahl beläuft sich auf 5,4 Mio. EinwohnerInnen.

Staatspräsident ist seit 1999 Rudolf Schuster, ein vehementer Befürworter des Nato und EU Beitritts. Regierungschef ist seit 1998 Mikulas Dzurinda. Er ist Mitglied der Slowakisch-Demokratischen und Christlichen Union (SKDU).

Im September 2003 wurde in der Slowakei gewählt. Erstmalig nach der Regimewende vor dreizehn Jahren ist im Parlament seither auch eine kommunistische Partei, die KSS mit 6,3 Prozent vertreten. Obwohl die Partei HZDS des Nationalisten und alten Premier Vladimir Meciar die meisten Stimmen erhielt, erklärten sich die anderen Parteien nicht zur Zusammenarbeit mit ihr bereit. Es wurde ein Mitte-Rechts-Bündnis von vier programmatisch dicht beieinander liegenden Parteien beschlossen. Damit konnte Dzurinda seinen Ministerpräsidentenposten aufrechterhalten. Ebenfalls im Jahr 2003 fand die Volksabstimmung zum EU Beitritt statt, bei der 92 Prozent der Bevölkerung mit Ja stimmten.

Probleme

Ein großes Problem für die Slowakei ist die steigende Arbeitslosigkeit, die bei knapp 20 Prozent angekommen ist.

Ein weiteres Problem stellt die ungarische Minderheit im Süden des Landes dar, die knapp zehn Prozent der Gesamtbevölkerung darstellen und sich von der Regierung von Vladimir Meciar (1994-1998) unterdrückt fühlte. Die Verbesserung ihres Status ist Teil des aktuellen Regierungsprogramms. Die Ungarische Volkspartei (PPH) ist derzeit mit drei Ministern in der Regierungskoalition vertreten.

Für weiteren sozialen Zündstoff sorgt, wie im benachbarten Tschechien auch, die Minderheit der Roma. Die Roma haben unter einer mangelnden Integration, rassistischen Vorurteilen und einer hoher Arbeitslosigkeit zu leiden. Erst langsam werden von Seiten der Regierung Integrationsprogramme und Hilfsmassnahmen installiert.

Interview

Mato, Mitglied der CSAF, der tschechisch slowakischen Anarchistischen Vereinigung spricht im Interview er über Entwicklung der Bewegung, das aktuelle Programm, seine Einstellung zum EU-Beitritt und die soziale Lage in der Slowakei.

 

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