Magazin - 18.02.2004
Umweltprobleme
Malta und der Müll

Die höchste Erhebung Maltas liegt direkt an der Küste, in der Nähe einer Touristenanlage und ist 85 Meter hoch. Maghtab heißt der Berg. Maghtab ist eine gigantische Müllkippe. Den ganzen Tag laden die Müllaster aus allen Teilen der Insel ihre stinkende Fracht auf dem Gipfel des Hügels ab. Planierraupen schieben riesige Steinquader vor sich her, um den Müll abzudecken.

Salina bay im Nordosten von Malta gehörte einst zu den schönsten Ecken der Insel. Doch mittlerweile dominiert die riesige Mülldeponie die Landschaft. Bauschutt, Industrieabfall und Hausmüll, Reste von Tierkadavern und medizinische Abfälle wollen UmweltschützerInnen bei Stichproben hier schon gefunden haben.
Berichte zeigen, dass die Deponie im höchsten Masse giftig und umweltgefährdend ist. Der Müllberg direkt am Meer. Und die Regierung selbst hat diese Küstenregion für SchwimmerInnen sperren lassen.

Die Deponie ist weder zum Meer noch zum Grundwasser hin abgedichtet. Regelmäßige Umweltkontrollen finden nicht statt. Im Zuge des EU-Beitritts muss Malta die Deponie schließen. Doch niemand weiß, was mit dem Müll in Zukunft passieren soll. Die Regierung plant, mit den Abfallmassen stillgelegte Steinbrüche aufzufüllen. Dagegen protestieren DenkmalpflegerInnen und andere Lobbygruppen. Denn die Steinbrüche befinden sich in der Nähe von prähistorischen Sehenswürdigkeiten.

Malta ist so klein. Egal wo man den Müll hinschüttet. Er ist immer im Weg.
Das Beste wäre also, erst gar keinen Müll entstehen zu lassen, zum Beispiel indem man so viele Wertstoffe wie möglich recycelt. Voraussetzung dafür ist, dass die MalteserInnen ihren Abfall trennen. Das sind sie aber nicht gewohnt, denn für die Mülltrennung besteht auf Malta keine Pflicht. So praktizieren bisher nur wenige Unternehmen und Hotels Abfalltrennung. Im privaten Bereich fehlen finanzielle Anreize, um Abfall zu vermeiden, denn die Müllabfuhr ist bis dato kostenlos.

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