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Der Annan-Plan der Uno sieht die Bildung eines gemeinsamen Bundesstaates
aus zwei Gebietseinheiten nach Vorbild der Schweizer Kantone vor.
Die Bundesregierung soll aus 4 Vertretern der griechischen und 2
Repräsentanten der türkischen Volksgruppe bestehen, von
denen einer für jeweils zehn Monate die Präsidentschaft
übernehmen soll.
Die griechisch-zypriotische Seite fordert eine Reihe von Änderungen
am Annan-Plan. 61% der Bevölkerung des griechischen Zypern
sind bis dato gegen den Plan. Kritisiert wird einmal das vorgeschlagene
Regierungsmodell, dass ein Vetorecht für beide Seiten vorsieht.
Die Regierung in Nikosia weist darauf hin, dass eine ähnliche
Konstellation in der Verfassung von 1960 zur Blockade der Gesetzgebung
und schließlich zu blutigen Unruhen geführt habe.
Des Weiteren wird die Aufteilung des Territoriums in Frage gestellt.
Die griechische Seite fordert Grenzkorrekturen und eine Rückkehr
möglichst vieler Griechen in den Norden. Ein zähes Feilschen
ist in der Entschädigungsfrage der vertriebenen Griechen zu
erwarten. Viele von ihnen mussten während der türkischen
Intervention Hals über Kopf ihre Häuser verlassen.
Berechnungen haben ergeben, dass eine Wiedervereinigung der Insel
Kosten in Höhe von 27 Milliarden Dollar nach sich ziehen würde.
Doch der finanzielle Aspekte ist zweitrangig angesichts der humanitären
Probleme, die sich anbahnen könnten, denn die Regierung in
Nikosia verlangt, türkische Siedler aus Anatolien für
illegal zu erklären und des Landes zu verweisen.
Um die Teilung zu manifestieren, wurden nämlich nach 1974 Türken
vom Festland dazu animiert, nach Nord-Zypern zu ziehen - mit Geld
und mit der Aussicht darauf, Besitzungen der griechischen Zyprioten
zu übernehmen. Es waren in erster Linie regimetreue Türken,
die dieses Angebot annahmen, aber oft auch arme Bauern oder Kurdische
Familien.
Inzwischen sind die Siedler sogar in der Mehrheit. 114.000 anatolische
Siedler leben im türkischen Teil und nur 88.000 türkische
Zyprioten. Viele Kinder der Siedler sind mittlerweile in Zypern
geboren worden und es existieren zahlreiche Mischehen.
Die griechischen Zyprioten sind den Siedlern gegenüber subtil
bis offen feindselig eingestimmt. "Sie sind für uns der
Inbegriff der Besatzung", erklären viele "Wir können
nicht mit ihnen zusammenleben. Außerdem leben sie in unseren
Wohnungen."
Die erneuten Verhandlungsgespräche zwischen dem Staatsoberhaupt
der zypriotischen Präsidialrepublik Tasos Papadopoulos und
dem Verhandlungsführer der Nordseite Denktas unter Aufsicht
von Annans Sondergesandtem Alvaro de Soto begannen am 19.Februar
und gehen bis zum 22. März .
Sollte bis dahin keine Einigung erzielt sein, werden die sogenannten
Garantiemächte Griechenland und die Türkei, hinzugezogen.
Die EU soll bei den Verhandlungen technische Hilfestellung leisten,
damit das Vereinbarte im Einklang mit dem EU-Regelwerk steht.
Wenn dann auch bis zum 29. März kein Ergebnis zu Stande kommt,
haben die Konfliktparteien eingewilligt, dass Annan "auf der
Grundlage" seines Vereinigungsplanes den Text des Abkommens
vervollständigt. Der abschließende Text soll der türkischen
und der griechischen Volksgruppe - also insgesamt knapp 760.000
EinwohnerInnen zur Entscheidung vorgelegt werden. Als Termin ist
dafür der 21. April vorgesehen.
Kommt es nach den Referenden zu keiner Vereinigung Zyperns, wird
am 1. Mai zwar ganz Zypern aufgenommen, das EU-Recht wird aber nur
im griechischen Süden gelten. Und für die Türkei
bleibt dann, solange sie Truppen auf Zypern stationiert hat, die
Tür zur EU erst einmal geschlossen.
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