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Die ursprünglich zum Osmanischen Reich gehörende Insel
war nach dem Ende des Russisch-Türkischen Krieges (1777 / 78)
unter britische Kontrolle gelangt. Während des ersten Weltkrieges
übernahm Großbritannien dann auch formell Zypern als
Kronkolonie.
Der griechisch-zypriotische Bevölkerungsteil strebte einen
Anschluss der Insel an Griechenland an - ein Vorhaben, dem sich
die türkischen Zyprioten mit allen Mitteln widersetzten. In
den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts nahm dieser Kampf zeitweilig
die Form eines Guerilla-Krieges an.
Eine zusätzliche Belastung erfuhren die Beziehungen beider
Bevölkerungsgruppen durch den jahrhundertealten Konflikt zwischen
Griechenland und der Türkei, der nach dem ersten Weltkrieg
in bislang ungekannter Schärfe entbrannte. Damals war Griechenland
bemüht, mit britisch-französischer Unterstützung
einen Großteil der verbliebenen Resttürkei zu annektieren.
Die von Sowjetrussland unterstützte Türkei unter Atatürk
schlug in einem blutigen Krieg diese Angriffe zurück und eroberte
auch die damals Griechenland zugestandenen Gebiete im Raum Izmir.
Nach dem Friedensschluss mussten Millionen GriechInnen und TürkInnen
zwangsweise ihre bisherige Heimat verlassen. Zahlreiche ungelöste
Fragen - wie zum Beispiel die Seegrenze in der Ägäis -
sorgen bis in die Gegenwart für gespannte Beziehungen zwischen
den beiden Ländern.
1960 entließ Großbritannien Zypern in die Unabhängigkeit.
Ein von der Verfassung garantiertes Proporzsystem bei Regierung
und Verwaltung, die der türkisch-zypriotischen Minderheit einen
Anteil von 30 Prozent sicherte, sollte den inneren Konflikt entschärfen.
Versuche der griechischen Zyprioten unter Präsident Makarios,
an diesem System zu rütteln, bewirkten schon kurz nach der
Unabhängigkeit bewaffneten Widerstand der türkischen Zyprioten.
Für die UNO waren diese Auseinandersetzungen im Jahre 1964
der Grund für die Stationierung einer UN-Friedenstruppe, deren
Mandat bis heute immer wieder verlängert wurde.
Ein Putsch gegen die Regierung Makarios im Jahre 1974 durch Offiziere,
die mit dem faschistischen Athener Obristen-Regime in Verbindung
standen, bot der Türkei einen Vorwand, den nördlichen
Teil der Insel zu besetzen. Die griechische Bevölkerung floh
in den Süden, umgekehrt flüchtete die türkische in
den Norden. Seit 1974 leben die EinwohnerInnen der Insel ethnisch
und religiös getrennt. Vor 1974 existierten griechischorthodoxe
Christen und türkische Moslem ganz selbstverständlich
miteinander - In zig Dörfern stehen nebeneinander Moscheen
und Kirchen.
Viel wurde von außen unternommen, um die Konfliktparteien
an eine Tisch zu bekommen und eine Aussöhnung und die Aufhebung
der Inselteilung zu erzielen. Doch beständig scheiterten die
Gespräche. Aber nun geht es ruckzuck, denn Zypern wird am 1.
Mai EU Mitglied und bis dahin soll die Inselteilung beendet sein.
Nachdem sich die Uno schon mit der sogenannten Butros Ghali Initiative
die Zähne an Zypern ausgebissen hat, scheint sein Nachfolgeprojekt
mit dem sogenannten Kofi Annan Plan mehr Glück zu haben. Was
wohl in erster Linie nicht mit den Inhalten des Plans zu tun hat,
als viel mehr mit dem Zeitdruck und dem Tür Auf oder Tür
zu der EU.
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