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| Schwerpunkt - 25.02.2004 |
| Die Lage im Norden |
| Wirtschaftlicher Niedergang |
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Der türkisch-besetzte Teil kann nicht mit einer vergleichbaren
wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte aufwarten. Die Wirtschaft des
Nordens liegt am Boden. Die wirtschaftliche Schwäche des besetzten
Teils hat zur Folge, dass das Land nicht nur militärisch, sondern
auch wirtschaftlich am Tropf von Ankara hängt. Die Menschen
im Norden verdienen drei mal weniger als die im Süden.
Die Gründe für den wirtschaftlichen Niedergang der "Türkischen
Republik Nordzypern" sind vielschichtig.
- Nach der Besetzung sollen wertvolle Wirtschaftsgüter geplündert
und danach angeblich in die Türkei verschifft und dort verkauft
worden sein. Bis heute mangelt es an Instandsetzung und Investitionen.
- Da Nordzypern bis heute als illegal von türkischen Truppen
besetzt gilt, wurde von den Vereinten Nationen ein Embargo verhängt,
die Weltbank gewährt keine Kredite. Nur die Türkei erkennt
die Republik Nordzypern an. Ankara und die Türkische Republik
Nordzypern hatten zwar eine Zollunion unterzeichnet und mit dem
Abkommen versucht, den besetzten Teil in das internationale Wirtschaftssystem
zu integrieren, doch dieser Versuch scheiterte.
- In den Jahren der internationalen Isolation ist ein Gestrüpp
aus politischer und echter Mafia auf der Insel gewachsen. Zuträglich
dabei war, dass bis vor kurzem jede Kritik an den zyprischen Verhältnissen
in der Türkei tabu war.
- So lange die Grenzen für den Handel geschlossen bleiben,
ist die nordzyprische Wirtschaft auf ihre bisherigen Devisenbringer
angewiesen. In fünf Universitäten studieren 23.000 StudentInnen.
Meist aus dem Nahen Osten. Deren Studiengebühren tragen 15%
des Bruttoinlandsprodukts bei. Eine weitere Geldquelle stellen
fast 30 Casinos.
- Bisher ist die Einreise in den türkischen Teil mit Schwierigkeiten
behaftet. Non-Stop-Flüge aus Europa oder dem Nahen Osten
sind unmöglich. Potentielle Touristen müssen in Istanbul
oder Ankara umsteigen. Wer in den Norden einreist, gilt im Süden
als illegal.
Etwa 300.000 Touristen machen jährlich Urlaub im Nordteil
der Insel. Also, zehn mal weniger als im griechischen Teil. Obwohl
der Norden landschaftlich äußerst reizvoll ist, viele
Strände und Buchten sind unberührt.
Die Regierung der Republik Zypern lässt strandnahe Hotelbauten
nur noch unter hohen Auflagen zu. Auf einer wiedervereinten Insel
gäbe es deshalb keinen zweiten Fehler wie Ayia Napa mehr.
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