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Ayia Napa im Südosten Zyperns war vor 30 Jahren ein kleines
Fischerdörfchen - nun ist es eine wuselige Amüsiermeile
mit einer Ansammlung von Karaokebars, dröhnenden Discotheken
und USamerikanischen Fastfood-Ketten. Vor allem junge PauschaltouristInnen
zieht es hier her. Die meisten von ihnen kommen aus England. Bis
in die frühen Morgenstunden fließt der Alkohol. Tagsüber
wartet der Badeort, der sich über fünf Kilometer an der
Küste entlang schlängelt, mit zahlreichen Attraktionen
auf. Ausflüge mit Schiffen, Paragliding, Tauchen oder Wasserski.
Ayia Napa ist, wie die meisten anderen Tourismusorte im Süden
der Insel, eine Folgeerscheinung der türkischen Invasion im
Jahre 1974.
- Fast 40 Prozent des Territoriums waren verloren
- 70 Prozent der gesamten Produktionskapazität lagen im Norden
- Drei von vier Hotelbetten standen in Famagusta oder Kyrenia.
Der Süden war ein touristisches Niemandsland
- Auch die größten Anbauflächen für Zitrusfrüchte
und Getreide waren verloren
- Der wichtigste Hafen, Famagusta, blieb geschlossen und auch
aus der Luft war Zypern nicht mehr zu erreichen. Der internationale
Flughafen von Nikosia lag unzugänglich in der Pufferzone
der UNO-Friedenstruppe.
- Die Arbeitslosenquote schnellte im Jahre 1974 - schon alleine
wegen der zahllosen Flüchtlinge - auf fast 40 Prozent.
Die damalige Regierung musste schnell handeln, um Häuser für
die Flüchtlinge zu bauen und Arbeit für sie zu finden.
Neue Häfen und Flughäfen mussten gebaut werden. Eine Industrie
musste ins Leben gerufen werden. Dem Tourismus galt dabei höchste
Priorität. Von der Dramatik der 70er Jahre ist heute auf der
Insel nur noch wenig zu sehen und zu spüren.
- Die Flüchtlingslager sind aufgelöst und haben festen
Siedlungen Platz gemacht
- Zwei neue Flughäfen, Larnaka und Paphos sind im Südteil
entstanden
- Entlang der Küste reihen sich Hotels an Restaurants und
Bars an Hotels
Die Republik Zypern hat Kapazitäten für bis zu drei Millionen
BesucherInnen im Jahr. Die Folge: Kaum ein Küstenabschnitt
ist heute unbebaut. Bis zu zehn Stockwerk hohe Bettenburgen dominieren
die einst idyllischen Sandbuchten.
Der Fremdenverkehr ist Zyperns größter Arbeitgeber.
40.000 Menschen - das heißt jede neunte - arbeitet in Hotels,
Restaurants oder Mietwagenunternehmen. Und die Touristen kommen
zu Hauf, denn Zypern hat ihnen viel zu bieten.
- Fast jeden Tag scheint hier die Sonne und die Touris können
auf über 300 Kilometer Küstenstreifen im Meer planschen
- Dazu wartet Zypern mit einer 7.000 jährigen Geschichte
auf. Zahllose Tempel, Amphitheater und Klöster warten auf
eine Besichtigung
- Landschaftliche Abwechslung bringt das Troodos Gebirge. Auf
dem Höchsten Gipfel, dem knapp 2.000 Meter hohen Olymp, wird
im Winter Ski gefahren. Und Zypern verfügt über eines
der größten zusammenhängenden Waldgebiete des
Mittelmeers - inklusive zahlreicher Nationalparks: ideale Bedingungen
also für Wanderungen
Der Tourismus ist Arbeitgeber und Devisengarant. Doch der Massentourismus
zieht auch den Groll der Bevölkerung auf sich.
- Zum einen ist die Umwelt betroffen. Verpackungsreste werden
sorglos am Strand liegengelassen oder einfach aus dem Auto geworfen.
Die Regierung ist mittlerweile dazu übergegangen, große
Verbotschilder an die Straßen zu stellen: Das Wegwerfen
von Müll steht seither unter Strafe!
- Zum anderen können Zyprioten nicht mehr auf ihre eigenen
Strände - sie sind überfüllt und kosten Geld.
Trotz dieser Nachteile, genießt der Tourismus in der Regierung
auch in Zukunft höchste Priorität. Aktuell ist der Bau
von vier neuen Jachthäfen und neuen Golfplätzen in Planung.
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