Magazin - 24.03.2004
Das europäische Selbstverständnis
Eine Episode im Kampf der ideellen Alleinvertretungsansprüche von Kirche und Staat

Im Dezember 2001 hat der Europäische Rat beschlossen, den sog. Europäischen Konvent einuzuberufen. Unter Leitung von Vallery Shisgadistan wurde ein Entwurf ausgearbeitert, der die Grundlage einer zukünftigen europäischen Verfassung darstellen soll.

Auf dem Internetportal vom Antikriegsbündnis und Friedensplenum Tübingen steht dieser Entwurf als PDF-Dokument zur Einsicht bereit. Gleichzeitig wenden sich im Portal gegen den neoliberalen und militärischen Verfassentwurf zahlreiche nichtregierunstorganisationen gegen die aktuellen formulierungen.

Eine zentrale Stelle besitzt die Präambel - in der die politischen Wurzeln und Orientierungen für die EU formuliert werden. Man streitet sich darüber, ob die EU dem christlichen Abendland oder den Idealen der französischen Revolution verpflichtet sei. Innerhalb der Kirche gibt es Bestrebungen auf den Buneskanzler mit Unterschriftenlisten einzuwirken, damit er sich für einen Gottesbezug in der Präambel - dem Anfangssatz - der neuen Verfassung einsetzt.

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Harry Koch sprach mit Otto Böhm vom Nürnberger Menschenrechtszentrum und mit Nils Leopold von der Humanistischen Union über die Bedeutung des Christentums für den historischen Entwicklungsprozess Europas

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