| Die USA bezeichneten das EU-Verbot gentechnisch veränderter
Pflanzen als "Wettbewerbsnachteil". Präsident
Bush reichte eine Klage bei der Welthandelsorganisation ein - und
diente damit besonders einem deutschen Unternehmen: dem BAYER-Konzern.
BAYER CROPSCIENCE ist in Europa Marktführer für Gen-Saatgut
und drängt mit gentechnisch verändertem Mais, Soja und
Raps auf den Markt.
Kein Unternehmen führt so viele Feldversuche mit Gen-Pflanzen
durch wie BAYER CROPSCIENCE. Keine Firma wird nach dem Ende des
Verbots mehr Gen-Saatgut verkaufen als BAYER. Und kein Konzern wird
eine größere Kontrolle darüber ausüben, was
Landwirte anbauen und was VerbraucherInnen essen werden.
Im Kampf um Marktanteile und Profite scheut BAYER auch vor harten
Bandagen nicht zurück. In Großbritannien wird offen in
den Medien berichtet, dass der Sturz des gentechnik-kritischen Ministers
Meacher von BAYER eingefädelt und betrieben wurde.
Aktuell hatte Bayer als erstes Unternehmen eine europäische
Zulassung für genmanipulierten Reis beantragt. Die vom Konzern
favorisierte Reissorte ist gegen das von Bayer hergestellte Herbizid
Glufosinat resistent. Ein bewilligter Antrag würde sowohl ein
Saatgut, wie ein Herbizidmonopol bewirken.
"Eine Import-Genehmigung nach Europa würde den multinationalen
Konzernen grünes Licht geben, umweltfeindliche Anbaumethoden
in den Trikontländern durchzusetzten. Das Welt-Hauptnahrungsmittel
Reis in die Hände von Unternehmen wie Bayer zu geben wäre
ein gefährlicher Präzendenzfall" - so warnten
KritikerInnen.
Die EU-Kommission scheut jedoch den Konflikt mit den USA und hatte
anvisiert, dass das Verbot im Lauf des Jahres fallen könnte.
Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) begleitet das Unternehmen
seit 25 Jahren kritisch. Ich sprach mit Philipp Mimkes, seit 10
Jahren aktiv bei CBG und der Pressesprecher der Organisation über
den aktuellen Stand des Antrags.
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