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Nach dem Ende des Kalten Krieges wurden die Fliegeralarm-Sirenen
in Fabrikgebäuden und Schulen abmontiert. Viele meinten auch
die Natogebäude und -einrichtungen könnten bald umfunktioniert
werden, denn die Nato würde sicher ebenso wie der Warschauer
Pakt bald ad acta gelegt.
Noch vor zehn Jahren wurde unter dem Motto "Out of area oder
out of business" die Frage nach der Existenzberechtigung der
Nato diskutiert. Zur Verteidigung des Bündnisgebiets wurde
sie nicht mehr gebraucht. Eine neue Konfrontation mit Moskau sollte
vermieden werden und Nato-Einsätze außerhalb Europas
lagen nicht wirklich im Bereich des Vorstellbaren.
Daraufhin wurde die Nato als obskure "partnerschaftliche Allianz
für den Frieden" ausgerufen mit kommunikationsreichem
Austausch von Offizieren und spaßigen gemeinsamen Manövern.
Die Kriege auf dem Balkan und der 11. September gaben der Nato
dann wieder eine "schlagkräftige" Gewichtung und
an ein Zebröckeln ist aktuell nicht mehr zu denken - sie wächst
und wächst.
Sieben neue Länder aus dem Bereich des früheren Ostblocks
sind nun offiziell beigetreten. Vergangenen Mittwoch hinterlegten
Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei
und Slowenien in Washington ihre Beitrittsurkunden. Die Nato wächst
damit auf 26 Mitglieder.
Insgesamt bringen die Neulinge mehr als 200.000 Soldaten in die
Allianz. Fast die Hälfte davon kommt aus Rumänien, an
zweiter Stelle folgt das Nachbarland Bulgarien.
Zugleich untermauern die Neuen, dass sie Amerikas Politik absolut
unterstützen und weiterhin auf dem Irak-Einsatz beharren. "Es
gibt keinen Grund, unsere Soldaten abzuziehen", sagte der
slowakische Präsident Schuster. Der bulgarische Vizepremier
Vasilev äußerte, "Irak-Einsatz und Nato-Beitritt
sind zentrale Elemente der bulgarischen Außenpolitik".
Es scheint dringlich, sich als treuer Partner der Wirtschaftsmacht
USA zu präsentieren. "Wir sind ein kleines Land",
sagte der slowakische Präsident Schuster. "Da kann
man sich nicht so viel erlauben wie andere."
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