Schwerpunkt - 07.04.2004 + 14.04.2004
Theaterfestival
Citizen Theater - international und politisch

Unser Kollege Reinhard Pelger war ein ausgedehntes Wochenende zu Besuch in Krakau, um sich das Theaterfestival Krakau Reminiscencje anzuschauen und sich mit Organisatorinnen und Darstellern zu unterhalten.

Das Festival läuft bereits seit 1975 - entstanden aus der großen, lebendigen und spannenden Bewegung des StudentInnentheaters heraus. Es war bereits damals international sehr gut vernetzt.

Mit den Jahren und dem Abflauen der StudentInnentheaterbewegung bekam das Festival den Titel "Festival des alternativen Theaters". Mit dem Titel waren die MacherInnen aber nach eigenem Bekunden immer unzufriedener und rangen bei Nachfragen um die Bedeutung des Wortes "Alternativ" immer mehr um eine klare Aussage.

2003 titelten die Direktorin Magda Grudzinskla und der künstlerische Leiter Lucasz Drewniak daher das Festival schlicht um in Internationales Theaterfestival. Wichtige Neuerung war ab 2003 auch der Themenüberbau, der eine vehementer Inetraktion mit dem Publikum bewirken sollte, wie letztes Jahr die Gender-Frage. Gibt es ein weibliches Theater? Existieren Unterschiede zwischen den Inszenierungen von Regisseuren und RegisseurInnen? Welche Rollenbilder werden im Theater transportiert?

Das Motto 2004: Citizen Theater - Bürger-Theater.

Wo ist der Platz für das Politische? Ist Theater zeitgemäß? Korrespondieren die Inszenierungen mit den wichtigsten Problemen der Jetztzeit? Unter diesem Thema führten 16 Gruppen in 3 Krakauer Spielstätten vom 25. - 28. März ihre Stücke vor. Die Gruppen kamen aus u. a. aus Slowenien, Russland, Belarus, Serbien und natürlich Polen. Auch Deutschland war mit der Münchner Formation Spielart in einer Koproduktion vertreten.

Das Krakauer Reminiszenie ist ein recht kleines, aber sehr gut besuchtes Festival, dass sich mit Geldern des polnischen Kulturministeriums und Geldern der Woiwodschaft, eine Art Landkreis, finanziert. Es verwundert MacherInnen und BesucherInnen laut Reinhard Pelger jährlich aufs Neue, dass das kritische und linke Festival in Krakau, einer eher sehr konservativen Stadt, von Statten gehen könne.

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Audiobeiträge

Ein sehr kontrovers diskutiertes Stück titelte sich "Wampir", inszeniert von Martin Slawinski und aufgeführt im alternativen Zentrum Rotunda, einem der drei Spielstätten.

Lucasz Drewniak, der künstlerische Leiter des Theaterfestivals erzählte Reinhard Pelger mehr zu den Hintergründen dieses Stückes, zu politischen Systemen und wie sie die Menschen seiner Meinung nach beeinflussen bzw. ihn in seiner Kindheit beeinflusst haben.

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Beteiligt am Gespräch: Die Direktorin des Festivals, Magda Grudzinska
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